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Sich die Ernte teilen – Biogemüse frisch und regional beziehen

Der BUND Kreisverband Schmalkalden-Meiningen lädt ein zu einem Vortrags- und Kennenlernabend zum Thema Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi).

 

„Sich die Ernte teilen“ ist der Leitspruch einer solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi), in der die Mitglieder direkt den Anbau gesunder, lokaler und ökologischer Lebensmittel fördern können. Über einen monatlichen Mitgliedsbeitrag bekommt der Bauer eine Planungssicherheit, welche es ihm ermöglicht, das Land nachhaltig zu bewirtschaften. Im Gegenzug erhalten die Mitglieder der SoLaWi wöchentlich ein Sortiment frischer und saisonaler Produkte.

DEMETER-Gärtner Milo Ennenbach und seine Frau aus Wasungen möchten diesen Gedanken einer solidarischen Landwirtschaft gerne auch in unsere Heimat Südthüringen tragen und im Landkreis Schmalkalden-Meiningen einen solchen Betrieb aufbauen. Bundesweit konnten sich in den letzten Jahren zahlreiche derartige Projekte etablieren und die Nachfrage wächst.

 

Gesucht werden Flächeneigentümer, die ihr Land der Initiative zur Bearbeitung zur Verfügung stellen würden, Mitglieder, Kunden und Helfer. Die Biobauern freuen sich über jede(n) Interessierte(n)!

 

Die Veranstaltung findet am Freitag, dem 22.März, 19.00 Uhr, im Historischen Rathaussaal, Markt 7, in Wasungen statt. Der Eintritt ist frei.

 

Mehr Infos unter solawi-naehrboeden.de

Staatssekretär unterwegs im Namen der Nachhaltigkeit

Wie können wir Bio in Thüringen vorantreiben? Mit dieser Frage reiste Staatssekretär Dr. Sühl gemeinsam mit TLLLR-Präsident Ritschel und weiteren namenhaften Amtsträgern im Februar zur weltgrößten Bio-Messe nach Nürnberg. Dort trifft sich jährlich das Who-is-who der Bio-Ernährungsindustrie.

Nicht zufällig hatte sich Dr. Sühl für seinen Messebesuch führende Wirtschaftsakteure aus dem Thüringer Ernährungsnetzwerk eingeladen: Joachim Schweizer (Schweizer Sauerkonserven), Fritjof Hahn (Ablig Feinkost), Bernhard von Reiche (NABA Feinkost) und Rita Weimann (HERZGUT Landmolkerei). Unter Moderation des Thüringer Ökoherz e.V., der jährlich den Thüringer Messeauftritt auf der Biofach koordiniert, erfuhr der Staatssekretär von den Branchen-Akteuren, woran es in Thüringen scheitert: die angebotene Rohware passt nicht zur nachfragenden Verarbeitung. So werde das in der Verarbeitung benötigte Bio-Gemüse noch viel zu oft außerhalb des Freistaats angebaut. Ähnlich verhält es sich bei der Bio-Milch: während Deutschland 30% der Bio-Milch importiere, ist die neuerdings bio-zertifizierten Molkerei Herzgut weiterhin auf der Suche nach Erzeugern aus Mitteldeutschland.

Unabhängig dieser Herausforderungen waren sich alle Akteure einig, dass die Bio-Produktion wirtschaftlich den zukunftsfähigen Weg darstellt. Der Staatssekretär, der erstmals die Biofach besuchte, lies sich anschließend noch vom Erfolg der Bio-Branche in anderen Regionen beeindrucken. Im Rahmen des Messerundgangs traf er am dänischen Gemeinschaftsstand auf die dortigen Branchenvertreter. Ministerin Keller hatte bereits 2018 eine Einladung der Dänischen Botschaft in das skandinavische Land angenommen, in dem das Thüringer Bio-Ziel – 10 % Flächenanteil – längst erreicht ist.

Der Staatssekretär ist sicher, dass Thüringen von der nordischen Wirtschaftsweise lernen kann: „Während es mit Bio in Thüringen schrittweise voran geht, sehe ich in Dänemark, wie die Geschäfte mit Bio laufen.“


© Martin Gerlach/TMIL

Ökolandbau in Thüringen wächst weiter

Antragsbewilligungen erreichen mit 8,6 Millionen einen Höchststand. Öko-Fläche steigt um rund 6000 Hektar. Die Antragsstellung für Ökolandbau im Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) ist auf Rekordniveau. „Die Landwirte zeigen damit, dass sie unsere Angebote annehmen und unseren Weg zur Stärkung des Ökolandbaus mitgehen“, sagte Landwirtschaftsministerin Birgit Keller.

 

Mit der aktuellen Antragsstellung ist nun ein Zuwachs von circa 20 Prozent für 2019 zu erwarten. 67 Betriebe mit insgesamt 5550 Hektar nutzen die Förderung zur „Einführung des ökologischen Landbaus im Gesamtbetrieb“, um von konventionellen auf ökologischen Landbau umzustellen. Weitere 29 Betriebe werden 500 Hektar neue Flächen in den Ökolandbaubetrieb einbringen.

 

„Das ist ein wirklich großer Schritt. Die Thüringer Landwirte stellen sich den neuen Anforderungen und Chancen durch Änderung der Betriebskonzepte und in der Erzeugung“, sagte die Ministerin. „Ich stelle fest, unser Aktionsplan Ökologischer Landbau ist ein Erfolg. Nach den guten Zahlen im Vorjahr gewinnt der Ökolandbau weiter erheblich an Fläche.“

 

Damit werden allein für die Einführung des Ökolandbaus für den fünfjährigen Verpflichtungszeitraum rund 8 Mio. Euro gebunden. Außerdem erfolgte die Bewilligung für Maßnahmenwechsel (Wechsel von anderen KULAP Maßnahmen zum Ökolandbau) und Ausdehnungen (Erweiterung der betrieblichen Ökoflächen) eine Mittelbindung in Höhe von rund 0,6 Mio. Euro. Bereits mit der Hauptzahlung für das zurückliegende Wirtschaftsjahr 2017 wurde im KULAP eine Gesamtfläche von 27.662 ha gefördert.

 

„Wir unterstützen den Ökolandbau kontinuierlich“, erklärt Ministerin Keller. Umstellungswillige Betriebe können weiterhin im Rahmen des KULAP 2014 Förderanträge stellen. Die Mitglieder des Arbeitskreises Ökolandbau in Thüringen erwarten für die nächsten Jahre eine ähnlich hohe Antragstellung. Zudem beteiligen sich die Öko-Betriebe an den Naturschutzmaßnahmen sowie an der Maßnahme Artenreiches Grünland des KULAP 2014. Damit fließen ab 2020 jährlich ca. 11,5 Mio. Euro KULAP-Mittel in die Förderung der ökologisch wirtschaftenden Betriebe.

 

© Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, Dezember 2018

 

Grüne Allianz zur Nachwuchssicherung – Bester Azubi geehrt

Den Nachwuchs zu sichern, ist in Zeiten des demografischen Wandels nicht immer leicht. Besonders in „schrumpfenden“ ländlichen Regionen, also jenen Orten, an denen sich die Landwirtschaft zumeist abspielt, ist die Berufsausbildung ein besonders wichtiges Thema. Gemeinsam mit weiteren Akteur*innen hat der Thüringer Ökoherz e.V. die „Allianz zur Nachwuchssicherung in den Grünen Berufen“ gegründet. Diese Grüne Allianz setzt sich gemeinsam dafür ein, attraktive Konditionen für den Berufsnachwuchs zu ermöglichen. So sollen junge Menschen für den Ausbildungsberuf Landwirt*in und damit für den Thüringer Ökolandbau von morgen begeistert werden.

Im Rahmen der Kür der besten Auszubildenden gibt es seit 2017 auch die Kategorie „Beste*r Azubi Ökolandbau“.  Dieses Jahr fiel die Wahl auf Joschka Murkowski. Joschka hat nicht nur die staatliche, sondern auch die freie (biologisch-dynamische) Ausbildung zum Landwirt durchlaufen. In seiner Abschlussarbeit verglich er die bio-dynamische Freilandhaltung von Schweinen mit der Schweinehaltung nach EU-Öko-Verordnung und stellte bei den Tieren der ersten Gruppe eine deutlich bessere Gesundheit und Bemuskelung fest. Die Arbeit, die in die wissenschaftliche Untersuchungen floß, wurde gemeinsam mit der Landwirtschaftsministerin Birgit Keller gewürdigt: Er wurde zum diesjährigen Sieger gekürt.

Diesjähriger Preisträger Joschka Murkowski mit Claas Homeyer, Geschäftsführer des Ökoherz e.V. (links) und Birgit Keller, Thüringische Landwirtschaftsministerin (rechts)

 

Weitere Informationen: https://www.thueringen.de/th9/tmil/presse/aktuelles/veranstaltungen/97842/

Gemeinsames Grundsatzpapier: https://www.thueringen.de/mam/th9/tmblv/grueneberufe2017/erklarung_zur_allianz_grune_berufe.pdf

Weiterbildung in der ökologischen Landwirtschaft


Der ökologische Landbau hat in Deutschland in den vergangenen Jahren ein stetiges Wachstum erfahren und die Tendenz ist weiterhin steigend. Dem wachsenden Interesse von landwirtschaftlichen Erzeugern an der ökologischen Landwirtschaft steht bislang jedoch ein geringes Angebot an berufsbegleitenden Qualifizierungsmöglichkeiten in diesem Bereich gegenüber.  Diesem Defizit wird mit der vom Freistaat Thüringen geförderten Weiterbildung, die ab Februar 2019 erstmals starten wird, entgegengewirkt.  Hierdurch werden die Rahmenbedingungen für eine Ausdehnung des Ökolandbaus verbessert.  Die Weiterbildung bietet Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung im Bereich der Landwirtschaft oder im Gartenbau sowie Quereinsteiger*innen mit landwirtschaftlicher Berufserfahrung die Möglichkeit in neun Pflicht- und zwei Wahlpflichtmodulen das notwendige Fachwissen zu erlangen und sich entsprechende Betriebsleiterkompetenzen anzueignen. Bei der Weiterbildung wird großen Wert auf eine praxisnahe Vermittlung der Lehrinhalte durch erfahrene Referent*innen aus der ökologischen Branche sowie lehrreiche Exkursionen zu ökologisch wirtschaftenden Betrieben gelegt.


Weiterbildungsdauer:

Die berufsbegleitende Weiterbildung dauert 18 Monate und startet erstmalig am 09. September 2019.


Zielsetzung der Weiterbildung:

Durch die Weiterbildung werden Ihnen praxisnah Fachwissen und betriebswirtschaftliche Grundlagen für die Arbeit in der ökologischen Landwirtschaft vermittelt. Landwirtschaftliche Vorerfahrungen werden hierbei vorausgesetzt.


Module:

Die jeweils 3-tägigen Module finden immer Donnerstag bis Samstag an unterschiedlichen Veranstaltungsorten statt und umfassen folgende Themenschwerpunkte:

Referent*innen

Die Module werden durch erfahrene Referent*innen aus der ökologischen Branche geleitet.


Praxis

Bei der Weiterbildung wird großen Wert auf eine Vermittlung von praktischen Kenntnissen gelegt. Zahlreiche Exkursionen zu ökologisch wirtschaftenden Betrieben und praxisbezogene Übungen sind daher jeweils in die Module integriert.


Kosten

Die Weiterbildungsgebühr beträgt 990,- €


Anmeldung

Für die Anmeldung sowie für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an



Sabrina Möbius
Tel.: 03643 / 7786440
E-Mail.: weiterbildung@oekoherz.de

Arbeit und Ausbildung von Geflüchteten in der Landwirtschaft – Betriebe gesucht

Sind Sie auf der Suche nach einem oder einer Auszubildenden? Suchen Sie personelle Unterstützung für Ihren Hof?
Der Thüringer Ökoherz e.V. koordiniert seit 2016 ein Projekt, das sich mit jungen Geflüchteten in der Landwirtschaft befasst.
Welche Möglichkeiten gibt es, um Praktika, Ausbildung und Beschäftigung zu realisieren und welche finanzielle Unterstützung durch die Arbeitsämter gibt es hierfür?
Wie können das Lernen der deutschen Sprache und das Leben auf dem Hof miteinander vereinbart werden?
Welche interkulturellen Besonderheiten sollten berücksichtigt werden?
Wo kann ich gegebenenfalls Unterstützung durch sozialpädagogisches Fachpersonal erhalten?

Gerne helfen wir Ihnen bei der Beantwortung dieser und anderer Fragen und versuchen, Kontakte zu geflüchteten Menschen zu vermitteln, die einen Betreuungsplatz in der Sozialen Landwirtschaft, einen Ausbildungsplatz oder eine andere Beschäftigung suchen.
In den letzten Monaten sind gemeinnützige Organisationen als auch Behörden an uns herangetreten, welche sich für geflüchtete Menschen in Thüringen einsetzen:

Mal fragt ein Jugendamt nach Möglichkeiten jungen Geflüchteten eine sinnstiftende Arbeit auf dem Land zu geben, mal sucht eine Jugendhilfeeinrichtungen nach Beschäftigungsmöglichkeiten in der Natur, nach einer Möglichkeit Sprachlernen und das praktische Erlernen von Qualifikationen miteinander zu verbinden.

Auch ältere Geflüchtete und Organisationen, welche Flüchtlinge unterstützen, haben uns kontaktiert. In Thüringen leben mittlerweile einige geflüchtete Menschen, die in ihren Heimatländern in der Landwirtschaft tätig waren und nun in Thüringen nach einer beruflichen Perspektive in der Landwirtschaft suchen. Ausgebildete Agraringenieure und Ingenieurinnen, eine Gärtnerin, Landwirte, ein junger Mann auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz bei einer Schäferei und andere Menschen, die aus der Landwirtschaft kommen, haben sich bei uns gemeldet.

Der Thüringer Ökoherz e.V. möchte gerne zwischen diesen Menschen und Höfen vermitteln und Höfe unterstützen, welche für Projekte mit oder eine Anstellung von Geflüchteten offen sind.

Schon lange ist unser Verein auf dem Feld der Sozialen Landwirtschaft aktiv. Bei dieser geht es darum, Menschen mit einem besonderem Förderbedarf in die Landwirtschaft zu integrieren.

Wenn Sie Interesse an der Beschäftigung oder Ausbildung eines Geflüchteten haben, freuen wir uns von Ihnen zu hören.

 

Kontakt:

Claudia Schneider
Telefon: (+49)3643 4953088
Mobil: (+49)157 71549657
Thüringer Ökoherz
Schlachthofstraße 8-10
99423 Weimar

CLET – Cluster Land- und Ernährungswirtschaft Thüringen

Evaluierung und Optimierung der regionalen Rohstoffbereitstellung für die Thüringer Ernährungswirtschaft

Der Trend im Ernährungsbereich geht laut zahlreicher Erhebungen und Prognosen im Bio-Bereich und im Bereich Regionalität nach oben. Die Nachfrage steigt. Der Grund ist das wachsende Umweltbewusstsein bestimmter Bevölkerungsschichten und der damit eingeforderte Nachweis nachhaltiger Produktion von Lebensmitteln und das Bedürfnis die Region zu stärken.

Dem gegenüber steht die Realität in Thüringen:  Regionale  konventionelle und biologische Produkte werden noch nicht entsprechend der Nachfrage verarbeitet. Aus der Darstellung der Status quo werden bisherige Defizite, aber vor allem die Chancen einer intensiven Kooperation von Land- und Ernährungswirtschaft deutlich. Im Rahmen des Projektes CLET – Cluster Land- und Ernährungswirtschaft Thüringen sollen die bestehenden Probleme einer Lösung zugeführt und die Potentiale für neue Wertschöpfungsketten umgesetzt werden. Projektträger ist das THERN – Thüringer Ernährungsnetzwerk, der Thüringer Ökoherz e. V. wird sich mit dem Bereich der Bio-Rohstoffe beschäftigen. Ziel ist eine deutliche Erhöhung des Anteils an verarbeiteten Produkten mit dem Label Thüringer Qualitätszeichen im hiesigen Lebensmitteleinzelhandel. Projektbeginn ist im Mai 2018.