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Aktionstage Ökolandbau: Jetzt mitmachen!

Frühjahr, Sommer, Herbst – Dieses Jahr beginnen die Aktionstage bereits im Juni und gehen bis Ende Oktober. In dieser Zeit können Sie interessierten Thüringer*innen Ihren Hof zeigen. Melden Sie dazu einfach eine Veranstaltung bei uns an. Egal ob Hoffest, Tag der offenen Tür, Mitmach-Aktion oder Verkostung: wir kümmern uns um die Kommunikation. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir auch in diesem Jahr wieder auf die vielen Vorzüge des Ökolandbau aufmerksam machen. Sind Sie dabei? Hier geht’s zur Einladung.

Dr. Klaus Sühl und Thomas Grottke auf der BioOst 2019

Die BioOst ist die wichtigste Messe für die Thüringer Bio-Branche – um sich davon zu überzeugen, machten Staatssekretär Dr. Klaus Sühl und Referatsleiter Thomas Grottke vom TMIL am vergangenen Sonntag, den 14.04., einen Rundgang über die Messe Leipzig. Das Thüringer Landesministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft hat sich mit der Unterzeichnung des ÖkoAktionsplans zur Aufgabe gemacht, die biologische Landwirtschaft in Thüringen zu unterstützen. Auch eine Förderung der BioOst wäre ein Schritt in diese Richtung, da sie maßgeblich zum Bekanntheitsgrad und damit zum Absatz regionaler Bio-Produkte beiträgt.

 

Dr. Sühl (l.) und Grottke (r.) auf der BioOst am Stand von „foodconnection“

Bio-Coaching für Kindergartenküchen

In den ersten Lebensjahren werden die Ernährungsgewohnheiten und das Essverhalten geprägt. Das Essen zu Hause und in der Kita sollte daher so ausgewogen und natürlich wie möglich gestaltet werden. Regionale Lebensmittel aus biologischem Anbau sind eine gute Wahl, um die Gesundheit von Kindern und ihre Umwelt zu schützen. Im Rahmen einer individuellen, kostenlosen und prozessbegleitenden Umstellung auf Bio-Kost begleitet der Thüringer Ökoherz e.V. den Weg in Richtung „schmackhaftes und gesundes Bio-Essen für Kinder“.

 

Der Thüringer Ökoherz e.V. lädt alle Kindertagesstätten aus Thüringen herzlich ein, sich bis zum 31.05.2019 für ein kostenloses Bio-Coaching zu bewerben. Unter dem Motto „BioRegio in die Kantinen“  erhält eine ausgewählte Kita ein kostenloses Beratungspaket zu den Themen nachhaltige Ernährung, Einsatz von Bio- und regionalen Lebensmitteln in der Essensversorgung. Außerdem wird die Wirtschaftlichkeit von Branchen-Expert*innen vorgestellt.

 

Ziel ist es, dass die ausgewählte Küche in Zukunft ein ausgewogenes, gesundes und bio-regionales Angebot bietet. Die Umstellung findet schrittweise unter Einbindung der Kitaleitung, der Eltern und Kinder statt. Teilnehmen können alle Einrichtungen, deren Verpflegung in der eigenen Küche zubereitet wird.

 

 

Hier finden Sie das Bewerbungsformular.

 

Das ausgefüllte Formular bitte per E-Mail an

t.kern@oekoherz.de

oder per Post an

Thüringer Ökoherz e.V.,

Schlachthofstraße 8-10,

99423 Weimar 

schicken.

Einsendeschluss ist der 31.05.2019

 

 

 

Ansprechpartnerin:

Tatjana Kern

Projektleitung nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung

Thüringer Ökoherz e.V. – Dachverband und Förderverein für Ökolandbau Thüringen

Schlachthofstraße 8-10

99423 Weimar

Tel: 03643 / 496 408

Fax: 03643 / 496 407

Gärtner*in in Vollzeit gesucht

 

Für den Bereich Gartenbau sucht der Biohof Scharf ab dem 01.Mai 2019 für die Produktion von Gemüse eine/n Mitarbeiter*in

 

 

Deine Aufgaben:
– Jungpflanzenanzucht
– Bewässerung
– Pflegearbeiten
– Gemüseernte-, Kommissionierung und Auslieferung
– Mitgestaltung und Organisation von Arbeitsabläufen

 

 

Dein Profil:
– Du arbeitest eigenverantwortlich und gewissenhaft
– Du hast Freude an körperlicher Arbeit und bringst Erfahrungen im Gartenbau / Gemüseanbau
oder ähnlichen mit
– Du hast einen guten Bezug zu ökologischen Anbaumethoden und Lebensmitteln
– Du bist gelernte Gärtner*in oder Quereinsteiger*in mit Erfahrung im Gemüseanbau
– Bei Bedarf ist eine Berufsausbildung als Gärtner ab Ausbildungsjahr 2019 denkbar.

 

 

Du bist freundlich, hast Interesse an Bioprodukten, bist zuverlässig und belastbar? Dann bewirb dich jetzt bei uns!
Bitte sende deine aussagekräftige Bewerbung an info(at)biohof-scharf.de

 

 

Praktikumsstellen werden ebenfalls angeboten.

 

 

Biohof Scharf
Kerstin Scharf-Goldammer
Hanfsack 50b
99198 Ollendorf
Tel 01577 3257785
info(at)biohof-scharf.de
https://www.biohof-scharf.de/

Neue Düngemittelverordnung

Die Bundesregierung arbeitet an einer Novellierung der Bundesdüngeverordnung (DüV) von 2017, um einer drohenden Strafe an die EU zu entgehen und die Grundwasservorkommen in Deutschland zu schützen. In Thüringen wird derzeit eine Ergänzung der DüV von 2017 diskutiert, in welcher jedes Bundesland aus einem Pool von 14 Maßnahmen mindestens drei heraussuchen muss. Der Thüringer Ökoherz e.V. hat dazu am 5. April 2019 Stellung bezogen und kritisiert allgemein, dass Missstände der konventionellen Landwirtschaft auf Kosten der ökologischen Landwirtschaft ausgeglichen werden.

 

Die Herausforderungen der Überdüngung fußen im Allgemeinen auf der Praxis der konventionellen Landwirtschaft wegen: (1) fehlender Deckelung von Tierbesätzen und (2) dem weniger streng reglementierten Einsatz von synthetischen Düngemitteln. Hinzu kommen Spuren von chemischen Pflanzenschutzmitteln und von Antibiotika, welche in der konventionellen Tierhaltung verstärkt verabreicht werden. Diese stellen neben der Überdüngung eine weitere Kontaminierung des Grundwassers dar.

 

Es ist dringend nötig, dass die DüV auf die Besonderheiten der Ökologischen Landwirtschaft achtet und es Bio-Landwirt*innen weiterhin möglich ist, erfolgreich Ackerbau mit den betriebsintern anfallenden organischen Düngemitteln zu betreiben. Mist und Gülle beinhalten eine Mischung aus den wichtigsten Pflanzennährstoffen, weshalb es den Landwirt*innen nicht möglich ist, mit ausschließlich einem Nährstoff zu düngen. Die ökologische Landwirtschaft handelt gesichert durch Ihre Richtlinien per se im Sinne des Grundwasserschutzes.

 

Im Zuge der aktuellen Novellierung der Düngeverordnung 2019 auf Bundesebene appellieren wir an alle Verantwortlichen, sich soweit wie möglich einzubringen, um die genannten wichtigen Anliegen der ökologischen Landwirtschaft durchzusetzen. Die neue Düngeverordnung muss es der ökologischen Landwirtschaft ermöglichen, weiter erfolgreich zu wirtschaften und zu wachsen, denn die ökologische Landwirtschaft stellt ein bereits etabliertes grundwasserschonendes System dar.

Weiterbildung in der ökologischen Landwirtschaft


Der ökologische Landbau hat in Deutschland in den vergangenen Jahren ein stetiges Wachstum erfahren und die Tendenz ist weiterhin steigend. Dem wachsenden Interesse von landwirtschaftlichen Erzeugern an der ökologischen Landwirtschaft steht bislang jedoch ein geringes Angebot an berufsbegleitenden Qualifizierungsmöglichkeiten in diesem Bereich gegenüber.  Diesem Defizit wird mit der vom Freistaat Thüringen geförderten Weiterbildung, die ab Februar 2019 erstmals starten wird, entgegengewirkt.  Hierdurch werden die Rahmenbedingungen für eine Ausdehnung des Ökolandbaus verbessert.  Die Weiterbildung bietet Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung im Bereich der Landwirtschaft oder im Gartenbau sowie Quereinsteiger*innen mit landwirtschaftlicher Berufserfahrung die Möglichkeit in neun Pflicht- und zwei Wahlpflichtmodulen das notwendige Fachwissen zu erlangen und sich entsprechende Betriebsleiterkompetenzen anzueignen. Bei der Weiterbildung wird großen Wert auf eine praxisnahe Vermittlung der Lehrinhalte durch erfahrene Referent*innen aus der ökologischen Branche sowie lehrreiche Exkursionen zu ökologisch wirtschaftenden Betrieben gelegt.


Weiterbildungsdauer:

Die berufsbegleitende Weiterbildung dauert 18 Monate und startet erstmalig am 09. September 2019.


Zielsetzung der Weiterbildung:

Durch die Weiterbildung werden Ihnen praxisnah Fachwissen und betriebswirtschaftliche Grundlagen für die Arbeit in der ökologischen Landwirtschaft vermittelt. Landwirtschaftliche Vorerfahrungen werden hierbei vorausgesetzt.


Module:

Die jeweils 3-tägigen Module finden immer Donnerstag bis Samstag an unterschiedlichen Veranstaltungsorten statt und umfassen folgende Themenschwerpunkte:

Referent*innen

Die Module werden durch erfahrene Referent*innen aus der ökologischen Branche geleitet.


Praxis

Bei der Weiterbildung wird großen Wert auf eine Vermittlung von praktischen Kenntnissen gelegt. Zahlreiche Exkursionen zu ökologisch wirtschaftenden Betrieben und praxisbezogene Übungen sind daher jeweils in die Module integriert.


Kosten

Die Weiterbildungsgebühr beträgt 990,- €


Anmeldung

Für die Anmeldung sowie für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an



Sabrina Möbius
Tel.: 03643 / 7786440
E-Mail.: weiterbildung@oekoherz.de

Lebensmittelkooperative in Weimar

Die neue Food-Coop „Leko Weimar“ steht in den Startlöchern und freut sich über Mitglieder.

 

„Wer wir sind und was ist unser Ziel?

 

Wir sind die Foodcoop Weimar – eine Gruppe von verschiedenen Menschen, die sich vor kurzem zusammengesetzt hat, um eine Einkaufsgemeinschaft in und für Weimar zu gründen. Unser Ziel ist es, alltägliche Einkäufe verstärkt über ein gemeinschaftliches System zu organisieren, als Alternative zum Supermarkt. Dabei wollen wir unsere Einkäufe ehrenamtlich selbst organisieren, den Müll beim Einkaufen reduzieren, Geld sparen und ökologisch hergestellte und lokale Produkte fördern.

Wir wollen eine Lager-Foodcoop mit max. 40 Haushalten etablieren, das heißt eine durch die Mitglieder getragene Räumlichkeit, in der die Waren gelagert werden. Diese Räumlichkeit haben wir beim ProjektWerk Weimar gefunden. Die Mitglieder können hier selbstständig und auf Vertrauensbasis einkaufen. Aufgaben (wie Ladendienste, Einkauf oder Reinigung) werden von den Mitglieder der Gemeinschaft getragen und daher können die Kosten für die Produkte weiter niedrig gehalten werden. Biologische und regionale Produkte werden so für alle erschwinglich. Zusätzlich kann der Ort zu einem sozialen Treffpunkt werden, in dem auch eigene Produkte (zum Beispiel Marmelade) angeboten werden können.

 

Kontakt?

 

Du hast Lust mehr zu erfahren oder mitzumachen? Dann schreib uns gern über den Mail-Verteiler und wir melden uns bei dir: foodcoop_ymr(at)lists.posteo.de

Zur Zeit treffen wir uns im zweiwöchigen Rythmus, aktuelle Termine schicken wir über den Verteiler.“

 

Gruppenzertifizierung

Die Broschüre entstand im Rahmen des LFE-Zusammenarbeitsprojektes „Thüringer Biokräuter – Aufbau einer Gruppenzertifizierung Bio und Vermarktung für kleine Erzeuger am Beispiel Kräuter-, Färbe- und Gewürzpflanzen“. Sie stellt einen praxisnahen Leitfaden dar, der Herausforderungen beleuchtet und Lösungsansätze zeigt.

 

 

Staatssekretär unterwegs im Namen der Nachhaltigkeit

Wie können wir Bio in Thüringen vorantreiben? Mit dieser Frage reiste Staatssekretär Dr. Sühl gemeinsam mit TLLLR-Präsident Ritschel und weiteren namenhaften Amtsträgern im Februar zur weltgrößten Bio-Messe nach Nürnberg. Dort trifft sich jährlich das Who-is-who der Bio-Ernährungsindustrie.

Nicht zufällig hatte sich Dr. Sühl für seinen Messebesuch führende Wirtschaftsakteure aus dem Thüringer Ernährungsnetzwerk eingeladen: Joachim Schweizer (Schweizer Sauerkonserven), Fritjof Hahn (Ablig Feinkost), Bernhard von Reiche (NABA Feinkost) und Rita Weimann (HERZGUT Landmolkerei). Unter Moderation des Thüringer Ökoherz e.V., der jährlich den Thüringer Messeauftritt auf der Biofach koordiniert, erfuhr der Staatssekretär von den Branchen-Akteuren, woran es in Thüringen scheitert: die angebotene Rohware passt nicht zur nachfragenden Verarbeitung. So werde das in der Verarbeitung benötigte Bio-Gemüse noch viel zu oft außerhalb des Freistaats angebaut. Ähnlich verhält es sich bei der Bio-Milch: während Deutschland 30% der Bio-Milch importiere, ist die neuerdings bio-zertifizierten Molkerei Herzgut weiterhin auf der Suche nach Erzeugern aus Mitteldeutschland.

Unabhängig dieser Herausforderungen waren sich alle Akteure einig, dass die Bio-Produktion wirtschaftlich den zukunftsfähigen Weg darstellt. Der Staatssekretär, der erstmals die Biofach besuchte, lies sich anschließend noch vom Erfolg der Bio-Branche in anderen Regionen beeindrucken. Im Rahmen des Messerundgangs traf er am dänischen Gemeinschaftsstand auf die dortigen Branchenvertreter. Ministerin Keller hatte bereits 2018 eine Einladung der Dänischen Botschaft in das skandinavische Land angenommen, in dem das Thüringer Bio-Ziel – 10 % Flächenanteil – längst erreicht ist.

Der Staatssekretär ist sicher, dass Thüringen von der nordischen Wirtschaftsweise lernen kann: „Während es mit Bio in Thüringen schrittweise voran geht, sehe ich in Dänemark, wie die Geschäfte mit Bio laufen.“


© Martin Gerlach/TMIL