20 Jahre Bio-Siegel: Erfolg durch wirksame Politik

BÖLW zu 20 Jahren Bio-Siegel

 

Berlin, 22.06.2021. Am 5. September 2021 feiert das Bio-Siegel seinen 20. Geburtstag. „Das Bio-Siegel zeigt, wie Politik wirksam Öko stärken kann“, kommentiert Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bio-Spitzenverbandes Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) den Erfolg des Siegels. „Das Siegel war wichtig dafür, dass Bio aus der Nische kam. Aber das gelang nur im Konzert mit den anderen wirksamen Maßnahmen, die damals getroffen wurden. Dazu gehörte die zu dieser Zeit angebrachte, pfiffig gestaltete Infokampagne „Was ist eigentlich Bio?“ ebenso wie das Bundesprogramm Ökologischer Landbau, mit dem zum ersten Mal Informationen von der Bäuerin bis zum Kunden und auch die Öko-Landbauforschung substanziell finanziert wurden.“ 2001 hatte die damalige Landwirtschaftsministerin Renate Künast (B90/Die Grünen) das sehr erfolgreiche sechseckige Zeichen auf den Weg gebracht.

 

Marcus Wewer, BÖLW-Vorstand Handel sagt: „Mit dem Kennzeichen können Bio-Bauern, -Herstellerinnen und Händlerinnen und Händler den Kunden seit zwei Dekaden zeigen, in welchen Lebensmitteln die hohe Öko-Qualität steckt. Das wirkt. Die Bekanntheit des Siegels auf der einen und die immer stärkere Bio-Nachfrage auf der anderen Seite zeigen das. Renate Künast setzte mit dem Bio-Siegel und der Schaffung des Bundesprogramms Ökolandbau konkret ihre Zusage um, Öko in die Breite zu bringen.“

 

Löwenstein ergänzt: „Das EU-Ziel 25 % Bio bis 2030 gilt auch für die neue Bundesregierung, die in dem Zuge die Bedingungen für einen erfolgreichen Umbau der Land- und Ernährungswirtschaft schaffen muss. Das geht nur, wenn der Umbau zur Querschnittsaufgabe aller Ressorts wird. Denn Transformation braucht Gesellschaft und geht auch die gesamte Gesellschaft an. Gesundheit, Forschung, Bildung, Umwelt, Landwirtschaft, Entwicklungszusammenarbeit, Wirtschaft, Arbeit und Soziales – sie alle brauchen eine florierende Ökologische Lebensmittelwirtschaft, die Arbeitsplätze in ländlichen Räumen schafft, gesunde Lebensmittel produziert, dabei Umwelt, Tiere und Klima schützt und die für die gesamte Landwirtschaft und Ernährung Zukunftsoptionen entwickelt. Gefragt ist also ‚kohärente Politik‘: zwischen den Abteilungen eines Agrarministeriums ebenso wie zwischen allen Ministerien der Bundesregierung sowie zwischen Bund und Ländern.

 

Das Bio-Siegel kennzeichnet heute 92.791 Produkten von 6.209 Unternehmen.[1] Es ist das europaweit am weitesten verbreitete Prüfsiegel für Produkte aus Ökologischer Landwirtschaft, dem mit Abstand höchsten gesetzlichen Standard für Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung. Die zusätzlichen Siegel der deutschen Anbauverbände kennzeichnen jeweils einen Standard, der über die Anforderungen der EU-Öko-Verordnung hinausgeht. Sie machen zudem deutlich, dass ein Produkt von Bauern und Bäuerinnen und Lebensmittelherstellenden produziert wurde, die nicht anonym bleiben, sondern in ein System von Betreuung und Beratung eingebunden sind.

 

Mehr Infos zu Zahlen, Daten und Fakten der Bio-Branche auf https://www.boelw.de/news/die-bio-branche-2021/.

Alle Pressemeldungen auf https://www.boelw.de/presse/meldungen/.

 

 

Der BÖLW ist der Spitzenverband deutscher Erzeugerinnen, Hersteller und Händlerinnen von Bio-Lebensmitteln und vertritt als Dachverband die Interessen der Ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland. Mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken werden jährlich von rund 51.600 Bio-Betrieben 14.99 Mrd. € umgesetzt. Die BÖLW-Mitglieder sind: Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller, Biokreis, Bioland, Biopark, Bundesverband Naturkost Naturwaren, Demeter, Deutscher Tee & Kräutertee Verband, Ecoland, ECOVIN, GÄA, Interessensgemeinschaft der Biomärkte, Naturland, Arbeitsgemeinschaft der Ökologisch engagierten Lebensmittelhändler und Drogisten, Reformhaus®eG und Verbund Ökohöfe.