Thüringer Bio-Weidefleisch für den lokalen Biomarkt

Möglichkeiten und Chancen hofnaher Schlachtung für Tiere aus ökologischer Weidehaltung

Thüringer Fleisch- und Wurstwaren haben eine lange Tradition und einen hervorragenden Ruf. In Bio-Qualität allerdings sind sie Mangelware – und das, obwohl es auf ertragsschwächeren Grünlandstandorten in Thüringen nicht wenige Bio-Betriebe mit Mutterkuhhaltung gibt.

Grund dafür ist der drastische Rückgang geeigneter Schlachtstätten in der Region, besonders kleine handwerkliche Fleischereien stellen ihre Produktion auf Grund der hohen bürokratischen und hygienischen Anforderungen zunehmend ein.

Jedoch endet artgerechte Tierhaltung für viele Landwirt*innen nicht beim Verladen zum Schlachthof. Tierhalter*innen suchen nach Möglichkeiten ihre Tiere würdevoll zu schlachten, ohne Stress beim Verladen, Transport und auf großen Schlachthöfen.

Vor diesem Hintergrund führt der Thüringer Ökoherz e.V. seit Oktober 2016 ein zweijähriges LFE-Projekt zur Förderung der Produktion von Thüringer Bio-Weidefleisch für den lokalen Biomarkt durch. Projektpartner aus Erzeugung, Verarbeitung und Naturkostfachhandel sowie des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL), für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) und für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (TMASGFF).

Durch Erhalt bzw. Reaktivierung bestehender Schlachtstätten und den Einsatz mobiler Schlachtsysteme soll die hofnahe Schlachtung auf den Haltungsbetrieben wieder möglich werden.

In den vergangenen Monaten konnten die Interessen der Landwirt*innen, Schlachter*innen und des Handels in Vernetzungsgesprächen zusammengeführt werden. Die komplexe Rechtslage zum Weideschuss und der hofnahen Schlachtung wurde geprüft. Geeignete Schlachttechniken wurden verglichen und die Anforderungen zur EU-Zulassung geprüft. Eine Befragung Thüringer Biobetriebe mit Rinderhaltung zur hofnahen Schlachtung, sowie erste Analysen zur Marktsituation und Zielgruppen in der Vermarktung erfolgten. Nun gilt es, Marketingstrategien für Bio-Weidefleisch zu entwickeln, mögliche Produktgruppen und stabile Absatzwege zu erarbeiten und weiterführende Gespräche mit interessierten Landwirt*innen und Schlachter*innen zu führen.

Pressefahrt mit der Landwirtschaftsministerin Birgit Keller 25.09.2017
Pressefahrt mit der Landwirtschaftsministerin Birgit Keller 25.09.2017